Aerospatiale / BAe Concorde

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Aerospatiale/BAe Concorde

1962 gaben die Britische und die Französische Regierung den Startschuß für das ehrgeizige Projekt, ein Überschallflugzeug für den normalen Airline-Liniendienst herzustellen.

Die Britische BAC (BAe) und die Französische Sud Aviation (Aerospatiale) bekamen den Zuschuß, federführend die Entwicklung zu leiten und das Projekt umzusetzen. Bereits in den 50er Jahren hatte die RAE (Royal Aircraft Establishment) mit der Erforschung eines schlanken Deltaflügels begonnen, einem wichtigen Bestandteil für den Überschallflug eines großen Flugzeuges. Neben diesem Know How konnte das Britisch/Französische Design-Team auch noch auf einige Elemente der Französischen "Super Caravelle" zurückgreifen, die 1961 auf der Pariser Air Show vorgestellt wurde.

Von Beginn an war klar, dass die Concorde ein außergewöhnliches Flugzeug werden würde. Die technischen Errungenschaften allein waren und sind immer noch beeindruckend: Die Concorde kann Mach 2.2 fliegen, das ist mehr als doppelt so schnell wie der Schall.
Das Problem war dabei aber nicht einmal, diese Geschwindigkeit zu erreichen. Vielmehr machte den Konstrukteuren die enorme Reibungshitze der den Rumpf umströmenden Luft zu schaffen. Neue Materialien und auch neue Herstellungs- sowie Konstruktionsverfahren waren daher beim Bau der Concorde unabdinglich.

Die Concorde wird von vier Rolls-Royce/SNECMA Olympus 602 oder 593 Triebwerken angetrieben, die ehemals für den Britischen Vulcan Bomber entwickelt wurden. Alle vier Triebwerke sind mit Nachbrenner und Schubumkehr ausgestattet.

Aber nicht nur diese technischen Besonderheiten machen die Concorde zum vielleicht am meisten bewunderten Verkehrsflugzeug. Ihre pfeilartige Gestalt, die stelzbeinigen Fahrgestelle und die herunterklappbare Nase unterscheiden sie von allen anderen normalen Airlinern.

Das Entwicklungsprogramm wurde mit sechs Flugzeugen durchgeführt. Zwei Rümpfe kamen dabei nur zu Strukturtests am Boden zum Einsatz. Die erste Concorde hob von Frankreich aus am 3. März 1969 ab. Einen Monat später folgte die erste Concorde aus Britischer Produktion in Filton/England.

Dabei war die Concorde nicht das erste Überschallverkehrsflugzeug. Dieses Kapitel in der Luftfahrtgeschichte konnte die Tupolew TU-144 für sich verbuchen. Allerdings fliegt die Tupolew heute nicht mehr im Airlinedienst.

In den frühen 70er Jahren konnte Aerospatiale/BAe bereits 74 Optionen für die Concorde vorweisen. Insgesamt 16 Airlines planten, den Überschalljet in ihre Flotte aufzunehmen. Niemand zweifelte daran, dass mindestens Pan Am nicht auf die Concorde verzichten würde.

Aber nach der Ölkrise von 1973 konnte das Flugzeug auf Grund des enormen Kerosinverbrauchs kaum noch ökonomisch eingesetzt werden und alle Optionen wurden wieder gestrichen. Lediglich Air France und British Airways bestellten auf Druck der Regierungen jeweils acht Exemplare. Diese 16 Flugzeuge blieben dann auch bis heute die einzigen Bestellungen für die Concorde.

Der erste Linienflug war ein British Airways Flug von London nach Bahrain am 21. Januar 1976. Bis 2000 flog die British Airways mit ihren sieben Concordes im Liniendienst von London nach New York und Washington DC. Air France bediente täglich die Route Paris/New York. Beide Airlines planen, die Concorde noch bis ca. 2007 einzusetzen.

Die Concorde flog über 30 Jahre lang ohne größere Zwischenfälle. Die einzigen schwerwiegenden Probleme waren einige geplatzte Fenster während des Fluges und einmal eine abgerissene Steuerklappe.

Diese hervorragende Sicherheits-Statistik blieb bis zum 25. Juli 2000 ungetrübt, als eine der sechs noch fliegenden Air France Concordes kurz nach dem Start im Paris abstürzte, wobei alle Insassen ums Leben kamen.

Nach diesem Unglück wurden alle Concordes gegroundet. Die Ermittlungen ergaben, dass wahrscheinlich Teile eines beim Start geplatzten Reifens einen Tank beschädigten und Kerosin Feuer fing. Air France und British Airways unternahmen umfangreiche Tests und daraus resultierende Sicherheitsverbesserungen am Tank und am Fahrgestell. Unter anderem entwickelte Michelin sogar einen neuen Reifen, der im Falle eines Platzers in viele kleine Stücke zerspringt.

Aerospatiale/BAe Concorde
Foto: © airliners.de - Daniel Werner
Länge 62.20 m
Höhe 11.47 m
Spannweite 25.55 m
Flügelfläche 358.30
Max. Abfluggewicht 185000 kg
Max. Nutzlast 12700 kg
Reisegeschwindigkeit 2100 km/h
Max. Flughöhe 19800 m
Tankkapazität 118500 l
Passagiere 100
Reichweite 7200 km
Triebwerke 4x Rolls Royce SNECMA Olympus 602 oder 593, Schub:169,4 kN
Erstflug 2.3.1969