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Airbus A330
Im Juni 1987 beschloss Airbus
Industrie ein Programm zu starten, das gleich zwei neue Flugzeugetypen
als Ergebnis hatte: Ein zweistrahliges Flugzeug für Mittel- bis
Langstrecken und ein Vierstrahler für extreme Langstrecken.
Aus dem Zweistrahler wurde der A330 und aus dem Vierstrahler der A340.
Beide Versionen haben fast den gleichen Flügel, Leitwerk und Rumpf. Sie
sind also bis auf die unterschiedliche Triebwerksanzahl fast baugleich.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Zum einen spart man Entwicklungs-
und Produktionskosten, zum anderen profitieren auch die
Fluggesellschaften davon. Die Ersatzteilhaltung und Wartung beider Typen
in einer Flotte wird vereinfacht und die Ausgaben für die Schulung von
Cockpit- und Bodenpersonal verringern sich.
Diese beide Widebody-Typen sind sogar
mit der Narrowbody A320-Familie sehr verwand. So fliegt man auch die
A330/340 mit Side-Sticks und das generelle Cockpitdesign der
A320-Familie wurde übernommen. So kann ein Pilot mit dem Typrating für
irgendeines der fünf (A340, A330, A321, A320, A319) Typen in nur wenigen
Lehrstunden auch die Berechtigungen für die anderen Airbusse erlangen.
Wie jeder andere Airbusflügel auch,
wurde der Tragflügel von BAe konstruiert. Er besitzt große Winglets und
ein Laminarprofil das den Luftwiderstand reduziert. Außerdem wurden
große computerkontrollierte Auftriebsklappen installiert. Diese passen
sich dem jeweiligen Flugzustand und der Geschwindigkeit an. Sie
garantieren, dass die Wölbung der Flügel immer optimal ist und so eine
hohe Wirtschaftlichkeit erzielt wird.
Airbus behielt den bewährten Rumpfdurchmesser des A310/A300 von 5.64m
bei. So können Airlines in der Economy-class eine 2+4+2 Bestuhlung
betreiben. Dabei ist jeder Sitz nur einen Platz vom Gang entfernt und
das ist besonders auf Langstrecken sehr angenehm.
Der A330 wird in zwei Varianten
angeboten: Die Basisvariante A330-300 ist genauso lang wie der A340-300,
kann aber aufgrund der geringeren Reichweite noch ca. 70 (!) Passagiere
mehr transportieren. Der gekürzte A330-200 hat hat ein 1m höheres
Seitenleitwerk, eine gesteigerte Reichweite und damit ein höheres max.
Abfluggewicht.
Als Triebwerk stehen für den A330 das Pratt & Whitney PW4000, das GE
CF6-80E1 und das Rolls-Royce Trent 700 zur Auswahl.
Der Roll-Out der ersten A330 fand am
14.10.1992 statt. Ungefähr ein Jahr nach dem Erstflug des A340 startete
der der erste Prototyp des A330-300 am 02.11.1992 mit General Electric
Triebwerken zum 4:55 Stunden langen Jungfernflug.
Bereits der dritte Prototyp wurde mit
kompletter Innenausstattung in den Farben von Erstkunde Air Inter am
28.06.1993 in die Flugerprobungen aufgenommen. Im August des selben
Jahres erhielt der A330 seine ETOPS-Zulassung, in dem er sechs Stunden
über dem Nordatlantik mit nur einem Triebwerk flog. Im Anschluss flog
man in Zusammenarbeit mit Malaysia Streckenerprobungen, bei denen
insgesamt 74.000 km zurückgelegt wurden.
Der in Thai-Airways Farben mit Pratt & Whitney PW4168 ausgestatte vierte
Prototyp wurde am 14.08.1993 in die Erprobungsflotte aufgenommen und der
erste mit Rolls-Royce Trent 700 ausgerüstete A330 kam am 31.01.1994
hinzu. Diese beiden Testflugzeuge absolvierten in 200 Flügen mehr als
500 Flugstunden. Im November 1994 erhielt auch das PW4000 seine
90-min-ETOPS Zulassung. Im Dezember wurde die mit insgesamt acht
Prototypen durchgeführten und insgesamt 1.800-stündigen Flugerprobungen
abgeschlossen.
Launching Customer war Air Inter mit
CF6-80E1 Triebwerken, die 1994 den Liniendienst mit dem A330 aufnahmen.
Thai bekam den ersten A330 mit PW4000 Triebwerken im August 1994 und
Cathay Pacific übernahm den ersten A330 mit Trent 700 Triebwerken am
24.02.1995
Im November 1995 entschied sich Airbus zum Bau der um 4.70 kürzeren
A330-200 Variante. Der erste A330-200 hob knapp zwei Jahre später am
13.08.1997 mit zwei CF6-80E1 Triebwerken zum erstenmal ab.
Im Dezember flog der zweite Prototyp mit PW4000 Turbinen. Der A330-200
ist als Langstreckenflugzeug ausgelegt und kann bis zu 253 Passagiere
über 12.000 km transportieren. Die Tanks fassen gut 40.000 Liter mehr
Kerosin als die des -300.
Erstkunde für den A330-200 war ILFC, die den ersten A330-200 am
29.04.1998 an Canada 3000 übergab. |