Airbus A380
Boeing kann bis jetzt seine kleineren
Flugzeuge mit den Gewinnen aus der B747 gewissermaßen subventionieren.
Um dieses Monopol bei den Super-Großraumflugzeugen zu brechen, beschloss
Airbus Industrie im März 1996, eine "Large Aircraft Devision" ins Leben
zu rufen.
Diese sollte Entwürfe für ein
Großraumflugzeug mit mehr als 500 Sitzen erarbeiten. Das Projekt wurde
vorläufig A3XX getauft. Im Januar 1997 teilte man die Absicht mit, das
Flugzeug zu verwirklichen. 1998 konnte nach Rücksprache mit 19 Airlines
der entgültige Entwurf vorgestellt werden.
Mit dem A380 werden die Dimensionen
des Boeing-Jumbos nochmals übertroffen. Bis zu 850 Passagiere werden in
dem doppelstöckigen A380 platz finden. Da der Airbus nur knappe 3 m
läger als die B747-400 ist, wird die höhere Sitzplatzkapazität mit Hilfe
einer durchgängig doppelstöckigen Zelle erreicht. Trotzdem passt der
Airbus mit seiner Spannweite von 79,8 m gerade noch in die 80 x 80 m
breiten Standard-Haltebuchten an den Flughäfen.
Mit einer maximalen Reichweite von
16.400 km übertrifft die A380 Langstrecken-Variante die B747-400 um
knappe 2.000 km. Dabei sollen die Kosten pro Sitzmeile gegenüber der
Boeing um 12-20% niedriger sein.
Wichtig ist, dass der Airbus mit
seinem weitaus höheren Gesamtgewicht die selbe Startstrecke braucht und
über seine 20 Hauptreifen die Runway nicht stärker als ein Jumbo
belastet, der auf 16 Reifen fährt.
Das Cockpit des A380 wird sich
zwischen den beiden Ebenen befinden und wird über eine Treppe aus dem
unteren Deck erreicht. Eine Anordnung weiter oben würde ungünstige
Sichtverhältnisse mit sich bringen und zu laut sein. Beim Fahren auf den
Taxiways hilft den Piloten eine Kamera, wie sie bereits bei der B777-300
verwendet wird. Außerdem steht eine digitale Bodenkarte des angeflogenen
Flughafens zur Verfügung.
Das Glascockpit des A380 wurde wieder
einen Schritt weiterentwickelt. So steht den Piloten neben einem
Keyboard für komplexe Eingaben eine "Maus" zur Verfügung, mit der die
Anzeigen auf den acht großen Bildschirmen gesteuert werden können.
Trotzdem wird die Cockpitkomunalität zu anderen Airbus-Typen weiterhin
gewahrt. Hinter dem Cockpit werden sich die Ruheräume für die Crew
befinden.
Airbus rechnet in den nächsten 20
Jahren mit einem Bedarf von 1.300 Flugzeugen im "Megaliner-Segment" ab
450 Passagieren. Einige Analysten sprechen allerdings von einer
wesentlich kleineren Nachfrage, da der Trend zu immer mehr direkten
Verbindungen geht, auf denen die Kapazität kleinerer Flugzeuge wie
beispielsweise der B757/767 oder der A300/310 ausreicht.
Entwürfe von Boeing für eine
gestreckte Variante der B747 verschwanden bereits in den Schubladen,
nachdem man lediglich auf eine geringe Nachfrage traf. Die großen
Airlines wie Lufthansa, British Airways oder Air France erklärten
bereits, dass im Moment die Prioritäten eher auf eine höhere Frequenz
und nicht auf nochmals erhöhte Kapazität gesetzt werden. Etwas besser
sieht die Situation in Asien aus, was die Bereitschaft von Cathay
Pacific als potentieller Erstkunde aufzutreten belegt.
Auch große Cargo-Airlines wie FedEx
und Cargolux haben bereits Interesse an der Cargovariante bekundet.
Als Basis dient die A380-100, die mit
555 Passagieren in einer drei-Klassen-Austtatung erstmals im Jahre 2006
fliegen soll. Die Reichweite wird bis zu 14.200 km betragen.
Die um 5,1 m gekürzte A380-50R wird
mit 480 Passagieren über eine Reichweite von 16.200 km verfügen.
Die im Vergleich zur -100 um 6,4 m
gestreckte A380-200 wird in typischer Ausstattung 656 Passagiere über
die gleiche Reichweite wie die -100 transportieren.
Zu jeder Version plant Airbus
spezielle Varianten. So wird es wahrscheinlich Fracht- und
Combiversionen sowie speziell für den asiatischen Raum angepasste
Kurzstreckenmodelle geben.
Mit dem offiziellen Verkaufsstart im
Juni 2000 wurde auch die Entscheidung über die Produktionsstandorte
gefällt: Hamburg und Toulouse steuern je 35% der Bauteile zu, die
Tragflächen werden aus Großbritannien kommen und Spanien wird einige
weitere Komponenten des Superfliegers liefern.
Außerdem wurde beschlossen, die
Endmontage des A320 nach Hamburg zu verlegen.
Am 19.12.00 beschloß Airbus nach insgesamt über 90 Bestellungen (50) und
Optionen offiziell den Bau des A380.