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ATR 72
ATR (Avions de Transport Regional) ist
ein Zusammenschluss von Aerospatiale (Frankreich) und Alenia (Italien).
Der Rumpf und die Seiten- und Querruder werden aus Italien zur
Endmontage nach Toulouse transportiert, wo auch die Tragflächen und
Triebwerksumkleidungen von Aerospatiale hergestellt werden.
ATR wurde 1981 gegründet, um auf der Basis der Aeritalia AIT-230 und der
Aerospatiale AS.35 ein neues Regionalflugzeug zu konzipieren. Das
Ergebnis war die ATR 42 und die gestreckte ATR 72. Die Bezeichnungen
sind ein Hinweis auf die ursprünglich geplanten Sitzplatzkapazitäten der
Typen.
Die ATR Familie basiert auf dem Konzept eines Twin-Turboprops mit hoch
angesetzten Flügeln. Der Kabinendurchmesser ist breiter als bei
vergleichbaren Regionalflugzeugen.
Im August 1984 flog die erste ATR 42, vier Jahre später folgte der
Erstflug der ATR 72. Die ATR 42 und die ATR 72 sind für quick-change
Zwecke konzipiert worden. Die standardmäßige große Cargo-Tür macht es
möglich, das Flugzeug schnell in einen Frachter umzubauen. Pläne für
eine ATR 52 und ATR 82, gestreckte Versionen der ATR 42 und ATR 72,
wurden mit der Übernahme von ATR in die Deutsche Aerospace 1992
fallengelassen.
Der Rumpf der ATR 72 ist 4,5m länger als der Rumpf der ATR 42. Darin
kann die ATR 72 64-72 Passagiere transportieren.
Die ATR 72 und die ATR 42 sind sich sehr ähnlich: Die Rumpfsegmente sind
gleich und fast alle anderen Systeme sind ebenfalls zumindest
vergleichbar. Beide Flugzeuge haben ein Cockpitlayout, wodurch nur ein
Typerating nötig ist um beide Typen zu fliegen.
Unterschiedlich ist neben des längeren Rumpfes lediglich eine längere
Flügelspitze und andere Triebwerksumkleidungen. Die Standardversion ist
die ATR 72-200, die mit vierblättrigen Propellern fliegt. Eine weitere
Variante ist die ATR 72-210, die auf Wunsch von American Eagle für
hot-and-high und short-field Eigenschaften entwickelt wurde.
Das neueste Mitglied der ATR Familie ist die ATR 72-500, die eine
Weiterentwicklung der -210 Serie ist und auch schon unter dem Namen ATR
72-210A geführt wurde. Verbesserungen im Startgewicht und der Reichweite
zeichnen die -500 aus. Sie lässt sich äußerlich leicht durch die
Sechsblatt-Propeller unterscheiden. |