Avro RJ
BAe Systems entschied sich im Jahre
1992, die BAe146 zu modifizieren. Eigentlich war die jetzige Avroserie
bereits Ende der 80er Jahre als BAe 146NRA (New Regional Aircraft) mit
lediglich zwei(!) neuen Triebwerken mit jeweils 88.96kN schub geplant.
Jedoch entschloss man sich, nachdem
die Endmontage von Hatfield nach Woodford umgezogen war, das neue
Projekt RJ-X zu nennen. Auch wurde entschieden, das ursprüngliche
Konzept mit vier Triebwerken beizubehalten.
Nachdem BAe 1993 die Firma Avro
International Aerospace (AIA) gründete um die neu entstandene Avro RJ
Flugzeugfamilie zu entwickeln, zu vermarkten und zu bauen bekam die neue
Flugzeugfamilie die letzendliche Bezeichnung Avro RJ70, RJ85 und RJ100.
Die drei neuen Versionen sind jeweils
mit der BAe146-100, -200, -300 vergleichbar. Sie werden alle drei von
den neueren und leiseren Triebwerken von Textron Lycoming angetrieben.
Das LF507 hat eine Schubleistung von 31.14 kN. Viele Extras, die bei der
BAe146 nur als Option erhältlich waren, wurden standardmäßig eingebaut.
Außerdem wurde der Luftwiederstand und das Gewicht reduziert sowie die
maximale Reiseflughöhe und die Reichweite erhöht.
Der RJ100 flog zum erstemal am
13.5.1992 und der erste RJ70 folgte am 23.6. des selben Jahres in
Woodford in der Nähe von Machester, der Basis von Avro.
Wie auch schon der Vorgänger, die
BAe146, ist der Avro RJ optimal für die Einsätze von Stadtflughäfen wie
Berlin-Tempelhof oder London-City geeignet, wo hohe Leistungen verbunden
mit geringen Lärmemissionen gefordert sind.
Anfang 1996 wurde die Flugzeugserie
von Aero International (Regional) übernommen, welche von BAe,
Aerospatiale und Alenia gegründet wurde. Mit ihrem großen
Rumpfdurchmesser ermöglichen die Avros den Passagieren dank der dadurch
breiteren Sitze, dem breiteren Gang und den größeren Gepäckablagen einen
Komfort, der vorher bei anderen Regionalflugzeugen (ausgenommen der BAe
146) weitgehend unbekannt war. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die
Bordküchen, die Türen und die Toiletten jeweils ganz Hinten oder ganz
Vorne befinden. Das beschleunigt den Boden-Turnaround und auch den
Kabinenservice stark.
Im Oktober 1998 wurde ein reines
Geschäftsreiseflugzeug auf Grundlage der Avros vorgestellt, welches eine
Airlinerkabine zu "Midsize-Preisen" hat.
Als weiter Entwicklung der
erfolgreichen RJ-Serie entschloss man sich am 21. März 2000, den RJX zu
bauen. Man entschied sich für das AlliedSignal AS977-1A Triebwerk, mit
dem im Januar 2000 die ersten Flugtests gemacht wurden. Wieder entschied
man sich für das Familienkonzept mit dem RJX-70 mit 70-82 Sitzplätzen,
dem RJX-85 mit 85-100 Plätzen und dem RJX-100 mit 100-112 Plätzen. Das
Gewicht, die Wartungskosten, der Spitverbrauch und die Lautstärke dieser
neuen Avro Generation wird stark reduziert und die Reichweite um 17%
erhöht.