Boeing 737
Mitte der 60er Jahre entschloss sich
Boeing einen Jet zu bauen, der kleiner als die B-727 seien sollte. In
dieses Marktsegment war Boeing bisher noch nicht vorgedrungen und zu
dieser Zeit waren die DC-9 und die Bac 1-11 die einzigen Konkurrenten.
Boeings größten Vorteile stellten die mit der sehr erfolgreichen 727
gesammelten Erfahrungen dar. Viele "alte" Teile des Rumpfes wurden in
der neuen 737 verwendet. Trotzdem entschied sich Boeing, das Projekt in
der Grundauslegung anders anzugehen, gut zu erkennen an den beiden
Triebwerken der 737 unter den Flügeln. Sie machen das Flugzeug leichter
und geben ihm einen besseren Schwerpunkt als die am Heck angebrachten
drei Triebwerke der 727.
Die langen und schmalen Pratt &
Whittney Triebwerke wurden direkt unter dem Flügel montiert, um eine
gute Aerodynamik zu gewährleisten. Mit den Turbinen konnte man den Rumpf
so tief wie bei einer DC-9 legen, was einen einfachen Zugang auch auf
kleinen Regionalflughäfen erlaubte.
Genau wie die B-737 wurde auch die
neue DC-9-30 von den Fluglinien mit Spannung erwartet. Der Kampf um
Aufträge schien von Douglas gewonnen zu sein, als Eastern Airlines sich
für die DC-9-30 entschied. Als auch Lufthansa sich für die DC-9
entscheiden wollte, beschloss Boeing die Produktion mit nur 21
bestellten 737-100 von Lufthansa. Zwei Monate später entschied sich
United für die 737, aber äßerte eine größere Passagierkapazität.
Deswegen stellte Boeing eine neue Version vor: Die B737-200 war um 1,93
m länger.
Die erste -100 flog am 9. April 1967,
die -200 folgte 2 Monate später und wurde zur erfolgreichsten Variante.
Boeing hatte auch eine 737-200 QC im Programm, welche den Betreibern
einen schnellen Wechsel zwischen einer Fracht- und Passagierversion
ermöglichte. Sie hatte eine seitliche Frachttür und schnell
abmontierbare Sitze. Die B 737-200 Adv. (Adv. =advanced= verbessert)
wurde für Drittwelt-Länder mit schmalen und nicht asphaltierten Start-
und Landebahnen gebaut. Diese Version hat eine verstärkte Zelle und mehr
Schub sowie eine höhere Treibstoffkapazität und neue Landeklappen, die
langsamere Anflüge zulassen. Boeing bot auch Schutzmaßnahmen für die
Triebwerke an (z.B. eine Kufe am Vorderrad), damit die 737 auch von
unbefestigten Startbahnen aus operieren konnte.
Langsam konnte die 737 die DC9 überholen. In den frühen 80er Jahren
kamen große Aufträge von Airlines aus Europa und Nord Amerika wie z.B.
von Lufthansa. Selbst kleine nordamerikanische Airlines konnten die 737
während der amerikanischen-Deregulation betreiben und so wurde die 737
im Jahre 1987 das meistverkaufte Flugzeug aller Zeiten.
Die 737 wurde ständig verbessert und
im Jahre 1981 konnte die 737-300 vorgestellt werden. Um die tiefe Kabine
mit all ihren Vorteilen zu erhalten, konnten nur neuentwickelte General
Electric Triebwerke unter den Flügeln installiert werden. Das Gewicht
der schweren Turbinen konnte mit neuen Materialien im Flügel- und
Kabienenbereich ausgeglichen werden. Die Flügel wurden ebenfalls
verbessert, so z.B. mit neuen Klappen, die einen geringere
Startgeschwindigkeit ermöglichten. So konnte Boeing sicherstellen, dass
die 737-300 von den selben Flughäfen aus operieren kann wie die alte
-200. Nach dem großen Erfolg entschied sich Boing für weitere neue
Versionen der B737; so kam 1988 die um 3,05 verlängerte 737-400, die
somit bis 170 Passagieren Platz bot, auf den Markt. 1989 stellte Boeing
die 737-500 vor, sie ist mit der so erfolgreichen -200 Version
vergleichbar und kann bis zu 132 Passagiere transportieren.
Die neuesten Versionen haben längere
Flügel und ein höheres Leitwerk: Die neue 737-700 bietet genauso vielen
Passagieren Platz wie die -300 (bis zu 149) und hat dabei eine größere
Reichweite. Der allgemeinen Nachfrage nach einem mit der -500
vergleichbaren Flugzeug (<132 Passagieren), jedoch mit einer größeren
Reichweite folgend, stellte Boeing die 737-600 vor. Sie hatte ihren
Erstflug am 22. Januar 1998.
Die 737-800 bietet bis zu 189
Passagieren Platz, was sie zum direkten Konkurrent zur A-320 Familie von
Airbus macht.
Die neueste und längste Version ist die 737-900, einer um 3m gegenüber
der -800 gestreckten Variante.
Ebenfalls der B737 Serie entsprungen
ist der Boeing Business Jet (BBJ): Dazu nahm Boeing den 737-700 Rumpf,
die verlängerten Flügel und das Fahrwerk von der größeren und schwereren
-800. Der BBJ kann äußerlich leicht an den großen Winglets erkannt
werden, welche eine max. Reichweite von 6.200 nm oder 11.475 km
erlauben.
Boeing stattet seit 2001 die B737-800 auf Wunsch mit 2,5m hohen Winglets
aus. Diese "Blended Winglets" können auch nachgerüstet werden. Die 737
mit Winglets haben eine gesteigerte Reichweite bzw einen verringerten
Kerosinverbrauch.