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Boeing Sonic Cruiser
Im März 2001 stellte Boeing Pläne für
eine "neue Flugzeuggenaration" vor. Die Sonic Cruiser getaufte Studie
sollte knapp unter dem Überschallbereich fliegen.
Gleichzeitig verschob Boeing mangels
Bestellungen -wahrscheinlich aufgrund des großen Zuspruchs für die A380-
die geplante Weiterentwicklung der 747X. Das neue Konzept von Boeing
lautete ab jetzt "faster, longer range Boeing Commercial Jet". Nach
Boeing-Studien hätten in Zukunft nicht Massentransporter sondern eher
kleinere Flugzeuge einen größeren Markt. Der Trend gehe deutlich in
Richtung mehr schnellen Direktverbindungen und gegen das derzeitige Hub
und Zubringer System.
Der "Sonic Cruiser" sollte zwischen
200 und 250 Passagiere über bis zu 7,500 Meilen befördern. Nach
Boeing-Berchnungen hätte der Flug knapp unter dem Überschallbereich die
Reisezeit auf Langstreckenflügen um 15 bis 20 Prozent verkürzt. Bei
einem Transatlantikflug hätte das ungefähr 30 Minuten ausgemacht.
Dank seiner besonderen Konfiguration
sollte der Sonic Cruiser bei Start und Landung nach Boeing-Angaben
erheblich leiser sein als konventionelle Jets: Beim Start sollte sich
dabei vor allem die strömungsgünstige Anordnung der Triebwerke positiv
auswirken. Eine der Hauptlärmquellen beim Landeanflug sind die
Luftverwirbelungen, die an den Landeklappen entstehen. Wegen seines
großen Delta-Flügels wäre der Sonic Cruiser als einziges
Langstreckenflugzeug aber ohne diese Landehilfen ausgekommen.
Boeing plante bei der Entwicklung des
Sonic Cruiser eine enge Zusammenarbeit mit der japanischen Industrie.
Eine entsprechende Vereinbarung wurde Anfang 2002 mit der Japan Aircraft
Industries (JAI) und der Japan Aircraft Development Corp. getroffen.
Das Flugzeug sollte weitgehend aus
diesen Verbundstoffen hergestellt werden. Der Antrieb sollte auf der
Basis der vorhandenen Boeing 777 Triebwerke erfolgen.
Nachdem sich im Folge der
internationalen Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen von 2001 die
Begeisterung bei den Airlines für den Sonic Cruiser in Grenzen hielt,
dachte man ab Mitte 2002 offen über einen Abbruch der Entwicklungen
nach.
Es war zunehmend fraglich, ob die
Kosten zur Entwicklung der neuartigen Maschine von den Airlines in
absehbarer Zeit getragen werden könnten. Die Airlines wiederum hätten
die höhere Geschwindigkeit und den höheren Verbrauch der Maschine auf
die Flugpreise umschlagen müssen.
Ende 2002 musste Boeing dann
eingestehen, dass die Fluggesellschaften eher effizientere statt
schnellere Flugzeuge benötigen, und stellte das Projekt Sonic Cruiser
ein. |