Dassault Mercure

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Dassault Mercure

Mitte der sechziger Jahre stellte man bei Dassault einen großen Bedarf an Kurzstreckenflugzeugen für ca. 130-150 Passagiere fest und im Jahre 1969 kündigte Dassault das Projekt offiziell an. Das gesamte Konzept des auf den Namen "Mercure" getauften Flugzeuges ist auf den effizienten Kurzstrecken-Einsatz bis zu 1.500 km ausgelegt. Die Mercure wurde durch die Beteiligungen von Fiat (Italien), CASA (Spanien), ADAP (Belgien), FW (Schweiz) und Canadair (Kanada) das erste wirklich international hergestellte Flugzeug und ist somit ein indirekter Vorfahre der Airbus-Familie. Neben diesen Partnern trug Dassault selbst 14% und die französische Regierung 56% der Entwicklungskosten. Die Endmontage fand bei Dassault in Istres statt, wofür extra neue Fabrikhangars errichtet wurden.

Die Gesamtauslegung der Mercure erinnert stark an die Boeing B737, die ihren Erstlug im April 1967 hatte. Im Gegensatz zur B737 hatte die Mercure einen um 5 cm breiteren Rumpfdurchmesser und war etwas länger. Dennoch ist, in erster Linie durch die Verwendung und die gleiche Anordnung der zwei Pratt & Whitney JT8D Turbofan-Triebwerken bei beiden Typen, das optische Erscheinungsbild der Mercure und den ersten B737-Versionen fast gleich.

Die erste Vorserienmaschine flog im Mai 1971 und konnte bereits einige Tage später auf dem Pariser Aerosalon vorgestellt werden.
Im Januar 1972 bestellte die französische Inlands-Fluggesellschaft Air Inter bei Dassault zehn Stück. Die ersten Auslieferungen konnten im Anschluß an die Zulassung im Februar 1974 erfolgen.
Trotz der positiven Reaktionen einiger Airlines blieben diese zehn Auslieferungen die einzigen Bestellungen und Air Inter die weltweit einzige Fluggesellschaft, die die Mercure einsetzte. Nach der Auslieferung aller Bestellungen wurde die Produktion folglich bereits im Dezember 1975 wieder eingestellt.

Der Grund für den bescheidenden Erfolg der Mercure ist zum einen in der Auslegung als reines Kurzstreckenflugzeug zu sehen. Viele amerikanische Airlines favorisierten für ihre Bedürfnisse eher die als Kurz- und Mittelstreckenflugzeug einzusetzende B737 oder DC-9.

Ein weiterer Grund für die fehlgeschlagende Vermarktung in den USA war die Ölkrise und der ungünstige Dollar-Umtauschkurs, der die Mercure im Export verteuerte.
Trotzdem die Mercure seit 1975 nicht mehr hergestell wurde, konnte Air Inter 1985 eine elfte Maschine in Dienst stellen: Da Air Inter mit der Mercure sehr zufrieden war, regte die Gesellschaft den Umbau des noch vorhandenen Prototyp 02 an, der dann auch erfolgreich durchgefürt wurde.

Zehn Jahre später kam dann das endgültige Aus für die Mercure, nachdem Air Inter im April 1995 auch die letzte Maschine ausgemustert hatte. Alle Maschinen zusammen erflogen binnen 21 Jahren über 36.0000 Flugstunden und haben 44 Millionen Passagiere transportiert - weltweit wohl einzigartig nur auf Inlandsrouten. Dabei gab es keinen einzigen ernsthaften Zwischenfall und die Mercure konnte mit einer Einsatzbereitschaft von 98% glänzen.

Dassault Mercure
Foto: © airlinerphotos.com - Ralph Kunadt
Länge 34.84 m
Höhe 11.36 m
Spannweite 30.55 m
Flügelfläche   k.A.
Max. Abfluggewicht 56500 kg
Max. Nutzlast   k.A.
Reisegeschwindigkeit 930 km/h
Max. Flughöhe   k.A.
Tankkapazität   k.A.
Passagiere 135-156
Reichweite 2500 km
Triebwerke 2x PW JT8D-15, Schub: 7.030 kp
Erstflug 28.5.1971