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Embraer EMB-120
Am 9.August 1972 hob der Regionalprop
unter der Bezeichnung Embraer EMB-110 Bandeirante (=Pionier) ab. Das war
wohl der wichtigste Schritt in der Geschichte des brasilianischen
Konzerns, denn dieses Flugzeug war in dem damals noch Anfangsphase
befindlichen Regionalluftverkehr ein Bombenerfolg, da es gleichwertige
Maschinen einfach noch nicht gab.
Denn aus mangelndem Privatkapital fuhr
man auf kurzen Strecken eher mit dem Zug als man mit dem Flieger flog.
Fliegen war einfach noch zu teuer, doch das sollte sich schleunigst
ändern. Jedoch nun zurück. Embraer musste also (immerhin elf Jahre
später!) mit neue(re)m Material kommen, da die Konkurrenz nachrückte.
Also wurde, durch die Verkaufszahlen der EMB-110 ermutigt, der damals
neue Embraer EMB-120 vorgestellt.
Mit nicht geringerem Erfolg, wie sich
später übrigens herausstellen sollte. Die auf der EMB-110 basierende,
gestreckte Variante konnte die maximale Passagierzahl von Fünfzehn auf
Dreißig verdoppeln. Somit konnte sich der Turbo-Prop zu einem der
wichtigsten Regionalflugzeuge der 80er und 90er Jahre entwickeln.
Die ursprünglichen
PW115-Propellerturbinen wurden durch stärkere PW118 (2x 1800 PS)
ersetzt, die einen Vierblattpropeller von Hamilton antrieben und somit
zu einer Reisegeschwindigkeit von 556 Stundenkilometern verhalfen (für
ein Propellerflugzeug gar nicht schlecht, Vergleich: Die Bombardier
Canadair Dash-8300Q erreicht nur 528 km/h und ist wesentlich jünger).
Über die Jahre wurden verschiedene
Versionen, deren äußere Abmessungen im wesentlichen identisch blieben,
entwickelt, darunter Kombimodelle für den Transport von Passagieren und
Fracht, spezielle Varianten für den Einsatz unter „Hot&High“-Bedingungen
mit PWA118A-Triebwerk und eine Quick-Change-Variante, die sich von einem
Frachter in ein Passagierflugzeug umwandeln ließ.
Text: Jonathan von Gutzeit
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