Embraer ERJ
Kurz nach dem Programmstart des CRJ (à
Bombardier Canadair Regional Jet) hatte auch Embraer 1989 angekündigt,
an einer Jet-Version der EMB-120 mit ungefähr 50 Sitzen zu arbeiten. Um
Kosten zu sparen, wurde eine größtmögliche Kongruenz zur EMB-120
angestrebt und man plante, die Jet-Triebwerke an der Oberseite der
Tragflächenvorderkante zu installieren.
Windkanal- und Strömungstests ließen
diese Pläne jedoch gleich ersticken, da die gewünschte Leistung nicht
erbracht wurde. So entschloss man sich schließlich für die
konventionelle Regionaljetvariante, wie sie auch beim CRJ im Einsatz
war, nämlich die Allison (Rolls-Royce)-Triebwerke seitlich am Heck
montieren.
Auch wurden die Tragflächen gepfeilt
und auf Winglets verzichtet. Aus finanziellen Gründen wurde der
Rumpfquerschnitt wie bei der EMB-120 Brasilia auch für die ERJ-145
beibehalten, was zu einem schlanken Flugzeug führte, jedoch dem
Innenraum-Komfort in die Quere kam. Das Cockpit wurde mit fünf großen
Flüssigkeitskristallbildschirmen (LCDs) ausgestattet. Dank des günstigen
Verkaufspreises fand der Regionaljet in verschiedenen Versionen (ER =
Extended Range oder LR = Long Range) angeboten wurde, erhielt viele
Abnehmer.
Die ERJ-135 besiert auf dem ERJ-145.
Daher war es für den brasilianischen Hersteller unter dem
Konkurrenzdruck seitens Fairchild kein Problem, neben dem 50sitzigen Jet
auch eine verkürzte Variante für 37 Passagiere vorzustellen. Der
Erstflug am 4.Juli 1998 erfolgte nur 10 Monate nach der Bekanntgabe des
Programms im Sept. ’97.
Die ERJ-135 wurde im Vergleich zu der
ERJ-145 um 7.90 Meter verkürzt, sollte aber ansonsten zu 90 Prozent
identisch sein, inklusive der AE3007A-Triebwerke von Allison, für die
allerdings ein neues Fadec-System (Full Authory Digital Engine Control,
Digitale Triebwerkssteuerung) installiert wurde. Die beiden Prototypen,
von denen der Erste am 12.Mai 1998 erstmals vorgestellt wurde, waren
demzufolge auch nur modifizierte ERJ-145.
Nicht zuletzt dank der weitgehenden
Kommunalität mit der ERJ-145 konnte Embraer bereits vor dem Erstflug
eine beachtliche Zahl Bestellungen zählen. Erste Auslieferungen
erfolgten ab Mitte 1999 an den amerikanischen Erstkunden Continal
Express.
Das Modell Embraer-140 ist sozusagen
die Verlängerung der ERJ 135. Folgende Modifikationen hat der
brasilianische Konzern bei der Produktion dieses Flugzeugs vorgenommen:
Der Rumpf wurde im Verhältnis zur
ERJ-135 um 2,19 m verlängert. Somit hat sich die Passagierzahl von 37
auf 44 gesteigert (+7). Die Reichweite hat sich auf 2037 km verringert.
Und um diese Leistungen zu erzielen, hat man das maximale Abfluggewicht
auf 20100 kg erhöht.
Text: Jonathan von Gutzeit