Fairchild Metro

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Fairchild Metro

Die Metro zählt mit über 1000 gebauten Exemplaren zu den erfolgreichsten Regionalflugzeugen und ihre schlanke und elegante Erscheinung hebt sich von dem manchmal recht plumpen Aussehen kleiner Verkehrsflugzeuge ab. Untrennbar mit der Metro verbunden ist der Name Ed Swearingen. Unter seiner Leitung entwarf die Firma Swearingen Aircrafts in den frühen sechziger Jahren das Geschäftsreiseflugzeug Merlin. Die Merlin war ein Tiefdecker für 6-8 Passagiere (spätere Versionen bis zu 11 Personen) mit zwei PT-6 Turboprops (spätere Versionen TPE331) und Einziehfahrwerk. Der Prototyp der Merlin IIA startete am 13. April 1965 zum Erstflug. Die Merlin wurde in mehreren Versionen bis 1986 gebaut.

Ed Swearingen erkannte das Potential des Flugzeuges und die Bedürfnisse des Marktes. Kleine Fluglinien, die Nebenstrecken, Charterflüge oder Zubringerdienste für Langstreckenflüge betrieben, benötigten ein Flugzeug, das zwar nur 20 Passagiere befördern, aber trotzdem in Komfort und Geschwindigkeit mit den modernen Langstreckenjets zu vergleichen sein sollte. Auf der Grundlage der Merlin wurde die Metro entworfen. Der auffälligste Unterschied ist der verlängerte Rumpf, der ihr den Spitznamen "Flying pencil" ("Fliegender Bleistift") eintrug. In der Tat ist die Metro mit 1.57m Kabinenbreite nicht gerade geräumig und bei 1.50m können nur kleine Fluggäste aufrecht stehen. Die übliche Bestuhlung besteht aus 16 einzelnen Sitzen beiderseits eines Mittelganges und einer Dreierbank am Ende des Ganges - insgesamt also 19 Sitze. Aber auch weniger Sitze und eine Toilette waren Ausstattungsoptionen. Hinter dem Passagierraum schließt sich ein Gepäckraum an, der durch eine große Tür beladen wird. In der Flugzeugnase vor dem zweisitzigen Cockpit befindet sich ein weiterer kleiner Gepäckraum und der Raum für das Bugfahrwerk. Alle Fahrwerksbeine werden nach vorne eingefahren.

Der Erstflug der Metro fand am 26.August 1969 statt. Die Erprobung war in Juni des folgenden Jahres abgeschlossen und das Flugzeug erhielt seine Zulassung. Bevor aber das erste Serienflugzeug die Montagehalle verließ, hatte die Firma Fairchild Industries die Swearingen Aircrafts aufgekauft. Fairchild betrieb die Firma als Tochterunternehmen Swearingen Aircraft Company - daher der häufig verwendete Name Fairchild Swearingen Metro. Die erste Serienmaschine Metro I wurde 1972 übergeben. Die Produktion der Metro I lief bis 1975, als die Metro II vorgestellt wurde. Die Metro II hatte ein teilweise erneuertes Cockpit, bessere Schallisolierung und einige andere Verbesserungen. Mehr als 200 Metro II wurden gebaut bis 1981 abermals eine verbesserte Version, die Metro III eingeführt wurde. Diese hatte unter anderen eine größere Spannweite, stärkere Motoren, einen neuen Vierblattpropeller, ein höheres Startgewicht und ein überarbeitetes Fahrwerk. Die letzte Version der Metro, die Metro 23, wurde ab 1991 ausgeliefert. Von der Metro wurde auch eine Frachtversion mit dem Namen Expediter gebaut. Eine militärische Version, die C-26, wurde von mehreren Ländern (z.B. den USA und Schweden) als Sanitäts-, Transport-, Stabs-, und Radarflugzeug eingesetzt.

Die Geschichte der Metro zeigt, wie zukunftsweisend ihr Entwurf war. Sie steht mit an Anfang einer Entwicklung, die zur Ausweitung des regionalen Flugnetzes heutzutage geführt hat. Mit relativ schnellen und bequemen Turboprops wurden auch kürzere Strecken und Charterflüge für die Fluggäste attraktiv und als Zubringer halfen sie, die großen Langstreckenflugzeuge mit Passagieren zu füllen. Eine Reihe von bekannten Fluggesellschaften betreiben oder betrieben die Metro: z.B. Horizon Airlines, Skywest Airlines, Comair und Wings West Airlines (die spätere American Eagle) Auch in Deutschland flog die Metro, z.B. für den Nürnberger Flugdienst mbH, der später in der Fluggesellschaft Eurowings aufging. Laut Angaben des Herstellers flog die Metro zeitweise bei 84 verschiedenen Betreibern in 46 Ländern. Wer heute in Deutschland mit der Metro fliegen will, sollte sich an die in Paderborn ansässige Firma City-Air wenden, die 4 Metros auf den Strecken innerhalb Deutschlands und in angrenzende Länder betreibt.

Die 1053. und letzte Maschine der Merlin/Metro Reihe wurde am 28.März 2001 im Stammwerk San Antoino (Texas) an die amerikanische Chartergesellschaft National Jet Aviation Services übergeben.

Damit ist die Geschichte der Metro noch lange nicht zu Ende. Heute fliegen noch ungefähr 800 Metros. Wie bei größeren Verkehrsflugzeuge üblich, haben auch viele Metros nach dem Umbau zum Frachtflugzeug ein "zweites Leben" vor sich. Die schon vorhandene große Gepäckraumtür erleichtert die Konversion. Der "Vater" der Metro, Ed Swearingen, ist übrigens noch immer im Flugzeugbau tätig. Zur Zeit arbeitet er mit der Firma Sino Swearingen Aircraft Company am Bau des 6-8 sitzigen Business Jets SJ30.
Text: Steffen Schiller

Fairchild Metro
Foto: © airlinerphotos.com - Ralph Kunadt
Länge 18.10 m
Höhe 5.10 m
Spannweite 17.30 m
Flügelfläche 28.70
Max. Abfluggewicht 7300 kg
Max. Nutzlast 1900 kg
Reisegeschwindigkeit 525 km/h
Max. Flughöhe 9500 m
Tankkapazität 2500 l
Passagiere 19
Reichweite 3700 km
Triebwerke 2x Garrett TPE331-12UAR, Schub: 2.280 PS
Erstflug 26.8.1969