Fokker 50

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Fokker 50

In den frühen achtziger Jahren wurde eine Verjüngung der Fokker27 beschlossen. Das Resultat dieses Plans war die Fokker 50, die von Außen betrachtet fast identisch zu ihrem berühmten Vorgänger war.

Von Anfang an war geplant, dass auch die neue Variante mit modernen Propeller-Triebwerken ausgerüstet würde.
Der größer dimensionierte Rumpf der ersten Studien sollte anfangs sogar 60-68 Passagieren Platz bieten. Die direkten Betriebskosten des Flugzeuges solten ungefähr 20% niedriger sein, als bei der F-27. Auch der Geräuschpegel in der Kabine konnte auf 6-8 Dezibel verbessert werden.

Trotzdem wurde bald an einem nachhaltigen Erfolg dieser ersten Studie gezweifelt. Schnell stellte Fokker fest, dass das geplante Flugzeug in weiteren Teilen neue Technologien vorweisen müsste um weltweit beliebt zu werden. So entwarfen die Entwickler der Firma ein neues Design (Projekt P335), das später als Fokker 50 bekannt wurde.
Der generelle Ansatz blieb auch bei dieser Version vergleichbar zur F-27. Die Zelle ist in wesentlichen Teilen die gleiche wie die der F-27-500. Der Eingang wurde von hinten nach vorn verlegt und die F-50 verfügt über doppelt so viele Fenster. Allerdings wurde die Passagierkapazität von den ursprünglich angestrebten 60-68 auf 50-58 nach unten korrigiert.
Die leistungsstärkere Sechsblatt-Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney Canada PW125B wurden eingesetzt, das Cockpit einer Verjüngung unterzogen und Gewicht durch Verwendung von Carbonbauteilen eingespart. Alles in allem sind trotz der großen äußerlichen Ähnlichkeiten fast 80% der Bauteile neu entwickelt worden.

Besonders der größere Rumpf,die höhere Reisegeschwindigleit durch den verbesserten Rumpf und die stärkeren Triebwerke und eine größere Rechweite löste ein hohes Ansehen der Fokker aus.
Es gab eine Drei- oder eine Viertürervariante,wobei bei der Viertürervariante auf die Notausgänge verzichtet werden konnte.

An der Produktion der Fokker waren europaweit mehrere Firmen beteiligt:
Der Rumpf wurde von Dassault Breguet in Biarritz gebaut, der besonders gut angepasste Schlußteil des Rumpfes kam aus Schiphol. Dasselbe trifft auf die Flügel zu, produziert von SABCA in Belgien, die Landeklappen, die Querruder und das Seitenruder kommen von MBB in Deutschland, Fuji Heavy Industries aus Japan baute das Cockpit, das Höhenleitwerk kam aus Indien.
Fokker's Betriebe in Dordrecht und in Papendrecht produzieren den vorderen Rumpf und das Tragflächenmittelteil, die Nichtmetallteile, die in verstärktem Plastik wie Carbonfasern fabriziert wurden, kommen von den Fokkerfabriken in Hoogeveen und Ypenburg.

Und schon früh kamen viele Anmeldungen großer Airlines.
Zu den europäischen Kunden gehörten Lufthansa CityLine, Air Maersk, KLM Cityhopper, Luxair, Aer Lingus, Crossair und Icelandair.
Ein früher und wichtiger Kunden war Ansett, die im Februar 1985 den ersten außereuropäischen Vertrag mit Fokker unterzeichneten.
Viele weitere Airlines im Fernen Osten, Malaysia , Nakanihon ... bestellten mehrere Modelle der Fokker 50.

Der Erstflug der Fokker 50 fand am am 28. Dezember 1985 statt.
Im August 1887 gingen die ersten Lieferungen an die Lufthansa, SAS und Ansett Australia.

Ab 1993 baute Fokker mit der F-50-300 eine stärker motorisierte an, die besonders für hochgelegene Regionen geeignet ist bzw. eine um 1400 kg höhere Nutzlast aufweist.

Später wurde noch eine verlängerte Version als Fokker 60 geplant. Für die niederländische Armee wurden sogar vier dieser Typen ausgeliefert. Für den Airline-Betrieb wurde sie allerdings nie gebaut, da der Bedarf an Propellerflugzeugen in den 90er Jahren kaum noch bestand.

Die Produktion lief von 1987 bis Mai 1997.
1996 trennte sich die DASA als Mehrheitsaktionär von Fokker, 1997 meldete Fokker dann Konkurs an. Momentan sind aber noch viele F50 im Regionalverkehr zu sehen. Der Ersatzteilservice wird auch noch profitabel von der Firma Stork aus den Niederlanden gepflegt.
Text: Peter Poschmann

Fokker 50
Foto: © airliners.de - Daniel Werner
Länge 25.25 m
Höhe 8.60 m
Spannweite 29.00 m
Flügelfläche 70.00
Max. Abfluggewicht 20700 kg
Max. Nutzlast 5500 kg
Reisegeschwindigkeit 500 km/h
Max. Flughöhe 9500 m
Tankkapazität 5100 l
Passagiere 50-58
Reichweite 4000 km
Triebwerke 2x P&W Canada PW125B, Schub: 2.400 PS
Erstflug 28.12.1985