Fokker F-28
Fokker stellte im April 1962 die
ersten Pläne für die F28 vor. Die Kooperation mit der britischen Short
Brothers & Harland, die für die Herstellung der Tragflächen
verantworlich waren, und mit den deutschen VFW und HFB-Werken für die
Montage der Heck und einiger Rumpfsektionen begann 1964.
Die Triebwerke der F28 sind hinter den
Tragflächen angebracht, um Beschädigungen durch Steine und ähnlichem bei
Starts und Landungen auf unbefestigten Pisten zu verhindern.
Das Rolls-Royce Spey Mk. 555-15 wurde für den Antrieb der F28 gewählt.
Dieser Triebwerkstyp ist dem Spey Turbofans der Trident und BAC 1-11
sehr ähnlich. Allerdings stellt das Mk. 555-15 Aggregat eine
vereinfachte Ausführung dar, um die Wartungskosten so gering wie möglich
zu halten. Deswegen gibt es bei der F28 auch keine Schubumkehr, die den
Spritverbrauch und die Überholungskosten erhöhen würden. Gleichzeitig
bedeutet der Verzicht auf die Schubumkehr auch ein geringeres Gewicht
der Düsen.
Anstelle einer Schubumkehrvorrichtung
in den Triebwerken ist die F28 mit großen Spoilern ausgestattet, die
sich beim Landen automatisch ausfahren. Eine weitere Besonderheit der
F28 sind die am Heck angebrachten, in der Mitte geteilten, Störklappen
die hydraulisch ausgefahren werden können. Diese Anordnung hat zwei
Vorteile: Die Klappe ermöglichen ein raschen Sinkflug und stabilisieren
die F28 sogar beim Anflug. Nach dem Aufsetzen dienen sie außerdem als
weitere aerodynamische Bremse. Durch die Benutzung der Klappen anstelle
des Schubs, um im Anflug die Geschwindigkeit zu regulieren, können die
Triebwerke auf einem konstanten Schubniveau gelassen werden. Dadurch
ergibt sich eine super "Durchstart-Characteristik".
Alle T-Heck Flugzeuge sind potentiell
anfällig für einen sogenannten "deep stall", einem Strömungsabriss, bei
dem das Flugzeug über das Heck absackt und der unkontrollierbar sein
kann. Auch hier können die Störklappen der F28 helfen, indem sie unter "deep
stall" Bedingungen die Nase schnell wieder nach unten drücken und so das
Flugzeug in eine beherschbare Fluglage bringen.
Die F28 verfügt übrigens im Gegensatz
zu der BAC 1-11, der Caravelle, B727 oder DC9 nicht über eine damals
übliche ausklappbare Tür unterhalb des Hecks.
Der Name "Fellowship" gewann bei einer Mitarbeiternausschreibung. Zuerst
wurden drei Prototypen hergestellt. Die erste F28 hatte ihren Roll out
am 04. April 1967 in Amsterdam.
Im Februar 1969 bekam die F28-1000 die
holländische Flugzulassung, gefolgt von der FAA-Zertifizierung im März
des selben Jahres. Zu dieser Zeit hatte Fokker bereits Bestellungen für
12 Fellowships von für Airlines und weitere 10 Orders von Fairchild.
Der norwegische Carrier Braathens SAFE war die erste Airline, die die
F28 am 28. März 1969 im Linienverkehr einsätzte. Trotz dieser
Anfangserfolge sollte die 100. F28 allerdings nicht vor 1975 verkauft
werden.
Während die meisten F28-Käfer nur eine kleine Flotte hatten, setzten
einige Airlines auf sehr große F-28 Flotten. Garuda Indunesian Airways
begann z.B. ab 1971 mit mehreren kleinen Bestellungen und wurde so nach
und nach mit 36 F28 zum größten Fellowship Betreiber.
Die F28-2000 ist eine gestreckte
Version mit einer Sitzplatzkapazität von bis zu 85. Die -1000 konnte
dagegen lediglich 65 Passagiere über 1900 km befördern. Die -2000 fliegt
dafür nur mir einer Reichweite von 1350 km.
Die -3000 ist mit dem kurzen Rumpf der
-1000 und den verbesserten Spey Mark 555-18H Triebwerken ausgestattet,
wodurch ein höheres Abfluggewicht erzielt wurde.
Die -4000 besitzt verbesserte Flügel,
den langen -2000 Rumpf und die neuen -3000 Triebwerke. Diese Version
wurde die erfolgreichste aller F28 Varianten.
Die Prototypen -5000 und -6000 wurden zusätzlich mit Slats ausgestattet.
Als die Produktion der F28 1986 beendet wurde, konnten insgesamt 241
Fellowships an 57 Kunden aus 37 Ländern ausgeliefert werden.