Lockheed L-1011

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Lockheed L-1011

Mitte der sechziger Jahre benötigte American Airlines ein Luftfahrzeug mit einer Kapazität von mehr als 250 Passagieren, um Kurz- und Mittelstrecken, wie z.B. von Chicago nach Los Angeles durchzuführen. Ferner sollte das Flugzeug auch von New York La Guardia starten können.

Der Entwurf von Lockheed hatte einen langgestreckten Rumpf und drei Triebwerke, eins davon in der Mitte des Rumpfes am Heck. Die ersten Bestellungen gaben Eastern Airlines und Trans World Airlines in Auftrag.

Unglücklicherweise hatte Rolls-Royce Probleme bei der Entwicklung des RB.211 Triebwerks, weshalb die Douglas DC10 mit ihren Pratt & Whitney oder General Electric Triebwerken ebenso weite Strecken zurücklegen konnte.

Der Wettlauf gegen Douglas schien verloren, was Lockheed zu großen Preisnachlässen bewegte, welche die Lockheed L1011 Tristar im Preis um eine Million US$ verminderte. Zum Zeitpunkt der Preisnachlässe hatte Lockheed den Wettlauf gegen die DC-10 aber bereits verloren, da noch keine Langstreckenversion der L1011 zur Verfügung stand. Douglas hatte im Gegensatz zu Lockhees bereits die DC10-30/40 im Programm, die viele neue Bestellungen - besonders in Europa- einbrachte.

Die erste Lockheed L1011 Tristar flog am 16. September 1970. Da jedoch nur Triebwerke von Rolls-Royce zur Verfügung standen, entwickelte sich dies als schwerer Fehler, denn kurz danach kam Rolls-Royce in eine schwere Finanzkriese. Lockheed mußte sogar zeitweise die Produktion stoppen. Die Rolls-Royce Triebwerke konnten erst nach 6 Monaten wiederhergestellt werden, wodurch auch Lockheed schwere finanzielle Einbußen hinnehmen mußte.

Die Britische Regierung unterstützte Rolls-Royce und die Amerikanische Regierung versicherte Lockheed die zukünftige Produktion der L1011 Tristar, weshalb diese mit großer Verspätung weitergebaut wurde.
Der erste Linienflug der L1011 Tristar wurde von Eastern Airlines durchgeführt.

Mit dem fortschrittlichen Autopiloten System, den automatischen Landeklappen und Spoilern (Störklappen) während des Landeanflugs und mit dem Flight Management System (FMS) wurde die L1011 ein fortschrittliches und effizientes Flugzeug. Der größte Nachteil war die fehlende Fähigkeit, über große Distanzen zu fliegen und somit war Douglas hinsichtlich der Reichweite Lockheed einen Schritt vorraus.

Die neuen Versionen Lockheed L1011-100 und L1011-200 hatten eine größere Reichweite, effizientere Triebwerke und größere Tanks. Die Langstreckenversion Tristar L1011-500 wurde ab 1978 produziert und hatte einen 4,11 Meter kürzeren Rumpf, größere Tanks und eine vergrößerte Spannweite um 1,37 Meter.

Die Produktion aller Tristar Varianten wurde 1983 eingestellt, die Lockheed L1011 ist jedoch auch heute noch auf vielen Flughäfen vorzufinden. Insgesamt wurden 250 Lockheed L1011 Tristar produziert, die am meisten verkaufte Version war mit 162 Maschinen die Tristar L1011-1, wobei viele später modifiziert wurden. 10 Maschinen wurden später zu Frachtern umgebaut (9x L1011-200, 1x L1011-1), die an einer großen Rumpföffnung zu erkennen sind.

Lockheed L-1011-200 TriStar
Foto: © airliners.de - Daniel Werner
Länge 54.40 m
Höhe 16.87 m
Spannweite 47.35 m
Flügelfläche 321.00
Max. Abfluggewicht 219500 kg
Max. Nutzlast 41100 kg
Reisegeschwindigkeit 970 km/h
Max. Flughöhe 13600 m
Tankkapazität 100500 l
Passagiere 245-345
Reichweite 7700 km
Triebwerke 3x RB.211-524, Schub:213 kN
Erstflug 16.11.1970

 


 

Lockheed L-1011-500 TriStar
Foto: © airliners.de - Daniel Werner
Länge 50.28 m
Höhe 16.75 m
Spannweite 47.35 m
Flügelfläche 321.00
Max. Abfluggewicht 228600 kg
Max. Nutzlast 30000 kg
Reisegeschwindigkeit 980 km/h
Max. Flughöhe 13600 m
Tankkapazität 120000 l
Passagiere 211-276
Reichweite 10800 km
Triebwerke 3x Rolls-Royce RB.211-525B, Schub:221 kN
Erstflug 16.10.1978