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Saab 2000
Bei Saab dachte man erstmals im Jahre
1985 über ein größeres Nachfolgemodell der Saab 340 nach. Der für bis zu
58 Passagiere entwickelte Turpoprop sollte auf Routen von bis zu 1.800
km zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Regionaljets werden.
Das Flugzeug hat eine
Reisegeschwindigkeit von bis zu 660 km/h und wurde für ungefähr 90
minütige Flüge optimiert. Aufgrund der wesentliche höheren
Steiggeschwindigkeit im Vergleich zu Regionaljets braucht die Saab 2000
bei wesentlich geringerem Treibstoffverbrauch nur unwesentlich länger
für die meisten Strecken im Commuterverkehr. Diese Vorteile wurden u.a.
mit Hilfe der Allison AE 2100 Triebwerken und den neuen Tragflügeln
erreicht.
Für das neue Flügelkonzept konnte man erneut Fairchild als Partner
gewinnen, die auch schon bei der S 340 erfolgreich beteiligt waren.
Fairchild nutzte seine guten Kontake zu der NASA und mit deren Hilfe
wurde ein dünnerer Flügel entworfen, der exakt auf die
Geschwindigkeitsbereiche der Saab 2000 ausgelegt ist.
Unter Beibehaltung der Flügelstreckung wurde die Flügeltiefe und
Spanweite erhöht, wodurch sich eine um 33% größere Flügelfläche ergibt.
Der Kabinendurchmesser der Saab 2000
ist genauso groß wie der des Vorgängers Saab 340. Doch wurde das
Cockpit, die Avionik und die Kabine komplett neu designed. In die
langgestreckte Kabine baute man (im Gegensatz zur S 340) Staufächer für
das Handgepäck ein und man schuf mehr Platz für die Bordküche.
Die Saab 2000 ist auch in der Kabine ein sehr leises Flugzeug. Um die
Geräuschkulisse so klein wie möglich zu halten, wurden die beiden
Triebwerke im Vergleich zur Saab 340 weiter nach außen am Flügel
montiert und mit langsam drehenden Sechsblatt-Propellern ausgestattet.
In die Kabine wurde ein Active Noise Controll-System eingebaut (ANC).
Das ANC ermittelt mit Hilfe von Mikrofonen in der Kabine die jeweilige
Lärmfrequenz und strahlt eine mit Hilfe eines Mikroprozessors ermittelte
phasenverschobene Gegenfrequenz über Lautsprecher in der Kabinendecke
aus. Durch diesen "Gegenton" können vorallem die
Niederfrequenz-Propellergeräusche vermindert werden. So wird insgesamt
eine Lärmreduzierung von bis zu 80% erreicht.
Als Erstkunde trat Crossair im Jahre
1988 mit 25 festen Bestellungen und 25 weiteren Optionen auf und
ermöglichte somit den Produktionsstart im Mai 1989. Die Fertigung des
ersten Prototyps begann im Februar 1990. Für zahlreiche
Belastungsversuche wurden zwei Bruchzellen gebaut.
Der Erstflug des ersten Prototyps 001 fand am 26.03.1992 statt. Während
der Flugerprobung traten Probleme mit der mechanisch angetriebenen
Höhensteuerung (Mechanical Elevator Control System, MECS) auf. Man
entwickelte daraufhin die neue Fly-by-wire Steuerung (Powered Elevator
Control System, PECS), mit der später alle fünf Prototypen nachträglich
ausgestattet wurden. Die Flugerprobung wurden im Juli 1994
abgeschlossen.
Die erste Serienmaschine (Werksnummer 006) konnte dann am 30.08.1994 mit
rund einem Jahr Verspätung unter der Registrierung HB-IZC an die
Crossair ausgeliefert werden.
Die Fertigungsrate betrug lediglich
drei Maschinen pro Monat und da größere Bestellungen auf sich warten
ließen, erwies sich das Saab 2000 Programm als "Flop".
Aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks durch immer ökonomischere
Regionaljets beschloss Saab, sich komplett aus dem zivilen Marktsegment
der Luftfahrt zurückzuziehen und nach Auslieferung der letzten Saab 2000
im Jahre 1999 die Produktion sowohl der Saab 340 als auch der Saab 2000
einzustellen. |