Vickers VC-10

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Flugzeug-Lexikon

 

 
 
Vickers VC-10

In dem 1957 erschienenen Pflichtenheft forderte BOAC ein Nachfolgemuster für die Comet 4 mit etwa 120 Plätzen, das BOAC für seine Strecken nach Afrika und Fernost benötigte. Des weiteren sollte das Flugzeug von den hoch und heiß gelegenen Flughäfen des Commonwealth aus operieren können.

Die noch von der, wie Vickers später in den British Aerospace-Konzern aufgegangene, DeHavilland Aircraft Company konstruierte VC-10 ist ein vierstrahliger Langstreckenjet mit T-Leitwerk und am Heck montierten Rolls-Royce Conway-Triebwerken, ähnlich der russischen Iljuschin IL-62.

1958 unterzeichnete BOAC den Auftrag zum Bau von 35 Flugzeugen im Jahre 1963, einschließlich einer Option für weitere 20 Maschinen mit einer Passagierkapazität von 135-152 Passagieren. Der einzige Prototyp G-ARTA flog am 29. Juni 1962 zum ersten Mal. Die erste Serienmaschine führte am 8. November 1962 ihren Erstflug durch. Im April 1964 wurde die Musterzulassung erteilt. Die erste Serie, die zwölf Flugzeuge umfasste, wurde dann an BOAC geliefert. Zum ersten Mal eingesetzt wurde die VC-10 am 29. April 1964 auf der BOAC-Route London-Lagos. Von den Flugzeugen der zweiten und dritten Serie, den Serien 1102 und 1103 wurden einige mit stärkeren Conway-Triebwerken ausgerüstet.

Schon 1959 wurde eine vergrößerte Variante der VC-10 angekündigt, deren Rumpf um 3,96 zur Super VC-10 gestreckt wurde. In der Standardbestuhlung konnten nun 139 Passagiere transportiert werden, noch dazu konnte dadurch, daß in das Seitenleitwerk ein Zusatztank eingebaut wurde, interkontinentale Reichweite erzielt werden. Die Nutzlast lag bei 26.300kg und es kamen stärkere Conway-Triebwerke mit 97kN Schub zum Einbau. Am 23. Juni 1960 bestellte BOAC 10 Super VC-10, die auf den Nordatlantikstrecken eingesetzt wurden. BOAC kürzte die ursprüngliche Bestellung von 35 VC-10 auf die ersten zwölf Einheiten der Serie 1101, um dafür 30 Super VC-10 zu ordern. Durch Druck der britischen Regierung durfte BOAC aber nur 17 Exemplare in Auftrag geben. Der Erstflug der Super VC-10 erfolgte am 7. Mai 1964. Die erste Maschine der Serie 1151 mit der Registrierung G-ASGC bekam BOAC am 1. Februar 1965, in den Liniendienst gelangte sie bei BOAC ebenfalls am 1. Februar 1965. Neben BOAC betrieben Ghana Airways, British United Airways und die Royal Air Force die VC-10. Die Super VC-10 fand als Abnehmer nur die BOAC und East African Airways. Nach der Ölkrise stellte BOAC, die nun British Airways hieß, 1975 alle VC-10 Maschinen der ersten Serie 1101 außer Dienst. Von diesen Flugzeugen wurden fünf an Gulf Air verkauft. Die Produktion lief 1970 nach 32 Standard-VC-10 und 22 Super VC-10 aus.
Text: Stefan König

Vickers VC-10
Foto: © Paul Robinson
Länge 48.36 m
Höhe 12.04 m
Spannweite 44.55 m
Flügelfläche   k.A.
Max. Abfluggewicht 141500 kg
Max. Nutzlast   k.A.
Reisegeschwindigkeit 890 km/h
Max. Flughöhe   k.A.
Tankkapazität   k.A.
Passagiere 149-151
Reichweite 9800 km
Triebwerke 4 x Connway 42 Schub: 91 kN
Erstflug 29.1.1962