Boeing 747
In den frühen 60ern, bewarben sich
Douglas, Lockheed und Boeing um eine Ausschreibung der US Air Force für
einen neuen schweren Frachter. Die USAF entschied sich für die Lockheed
Galaxy und gegen Douglas und Boeing.
Aber die gemachten Erfahrung während
des USAF-Projektes waren dennoch wertvoll für Boeing: Man beschloss, ein
komplett neues Zivilflugzeug zu bauen, das alle bisherigen Ausmaße
sprängte.
Ein großer Rumpf und eine erstaunlich große Passagierkapazität wurden
nur durch die, von General Electric und Pratt & Whitney neu entwickelten
Triebwerke ermöglicht. Boeings Ingenieure entschlossen sich, den Rumpf
aus eine Röhre und einem daraufgesetzten Oberdeck zu bauen. Insgesamt
sollten bis zu 500 Passagiere in Reihen von 10 Sitzen (3+4+3) im neuen
Riesenflugzeug Platz finden. Der Spitzname der B747 "Jumbo Jet" war
geboren.
Das Tragflächenkonzept war ebenfalls
neu. Es gab vorher noch nie ein Zivilflugzeug mit vier so riesigen
Triebwerken wie den Pratt & Whitney JT9D. Die Hauptprobleme bestanden in
der Deformation der Triebwerksaufhängung und Festigkeitsschwierigkeiten
beim Umkehrschub. Auch das Fahrwerk für ein Flugzeug mit einem Gewicht
von ca. 335 t musste erst einmal neu konzipiert werden.
Aber schließlich wurden alle Probleme gelöst und die erste 747-100
startete am 9.2.1969 zu ihrem Erstflug. Zu dieser Zeit hatte Boeing
erleichternde 26 Bestellungen für die 747. Der erste Linienflug wurde
von PanAm am 22.1.1970 von New York nach London unter großem
internationalem Interesse der Öffentlichkeit durchgefürt. Während der
Produktion der 167 B747-100, entwickelten Pratt & Whitney, General
Electric und Rolls-Royce neue Triebwerke.
Die erste 747-200 flog am 11.10.1970.
Sie hatte größere Treibstofftanks und ein höheres Startgewicht von 378
t. Die Basisversion war die 747-200B für Passagiere, wohingegen die
747-200F für Fracht ausgelegt wurde. Um ein schnelles Be- und Entladen
zu garantieren, wurde eine seitliche Frachttür (SCD) sowie eine
Frontladetür, die unter dem Cockpit nach oben schwenkbar ist,
angebracht. Es gibt auch eine Kombiversion, die 747-200C. Sie kann
schnell von einem Passagierflugzeug in ein Frachtflugzeug (und
umgekehrt) umgebaut werden. Alles in Allem war die 747-200 mit 650
Ausgaben die erfolgreichste Variante der 747.
Eine weitere Variante der 747 erschien
im Jahr 1973: Boeing beschloss, ein 14,35 Meter kürzeres Flugzeug zu
bauen, die 747SP (Special Performance). Der Grund war die Konkurrenz zu
Lockheeds TriStar und Douglas DC10. Die 747SP wurde für extrem lange
Flüge gebaut. Ungefähr 90% der Teile, die in der 747SP verwendet wurden,
nahm Boeing von der 747-200, aber der Rest musste neu entwickelt werden.
Ein 1,52 m höheres Leitwerk und ein 3,05 m längerer Höhenruder sollten
hier erwähnt werden. Boeing baute allerdings nur 44 B747SP.
Der nächste Schritt in der Entwicklung war die 747-300. Sie hatte im
Vergleich zu der 747-200 ein um 7,11m verlängertes Oberdeck. Darin
konnten nun 69 Passagiere sitzten. Die erste 747-300 flog am 5.10.1982.
Mitte der 80er Jahre entwickelte
Boeing abermals eine neue Version der 747: die 747-400. Ihr neues
Tragflächendesign mit Winglets, das Rumpfmaterial sowie ein
Zweipiloten-Glascockpit machten die 747-400 zur ökonomischsten und
modernsten Version des Jumbo Jets. Die neuen Turbinen ermöglichen ein
max. Abfluggewicht von mehr als 394 t. Es gibt sowohl die
Transportversion 747-400F, als auch die Kombiversion 747-400M. Seit 1992
produziert Boeing nur noch die 747-400.
Die geplante Weiterentwicklung der 747
zur 747X wurde von Boeing auf unbestimmte Zeit verschoben. Die 747X
hätte einen nochmals verlängerten Rumpf und neuartige Flügel.
Mit Qantas als Erstkunde wird aber die
Longer Range 747-400 ab Ende 2002 fliegen. Die auch 747-400ER genannte
Version hat ein Maximum-Takeoff Gewicht von 412,770 kg. Im einzelnen
werden die Zelle, Teile der Flügel sowie das Fahrwerk verstärkt. Das
Fahrwerk wird mit größeren Reifen ausgestattet. Von außen wird man die
ER außer an den Reifen nicht von einer normalen 747-400 unterscheiden
können.
Die 747-400ER wird sowohl als
Passagierversion als auch als Frachter sowie als Combi-Version
angeboten. Die Passagierversion besitzt auf Wunsch bis zu zwei "Auxiliary
Fuel Tanks", die in den vorderen Cargo-Compartments untergebracht
werden. Dadurch werden Reichweiten von bis zu 14,205 km möglich.
Boeing plant die ersten Auslieferungen
bereits Ende 2002.