Spanair MD 82

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Die Unglücksmaschine: Eine MD 82 (EC-HFP) Aufgenommen in Zürich am 2.Juni 2008:

 

 

Behörden sprechen von über 100 Toten        28. August 2008

 

Es war ein möglicher Anschlussflug der Lufthansa, der im Flammeninferno endete. Eine Spanair-Maschine schoss in Madrid über die Startbahn hinaus und zerschellte. Die Angaben zu den Opferzahlen schwanken zwischen 45 und 150. Auch Deutsche könnten an Bord gewesen sein.

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Beim Flugzeugunglück auf dem Madrider Flughafen kamen mindestens 100 Menschen ums Leben, 25 seien verletzt worden, berichteten die spanischen Gesundheitsbehörden am Mittwoch. Rettungskräfte sprachen von annähernd 150 Toten. „Sie bergen verkohlte Leichen“, hieß es. Nach früheren Angaben der Behörden war die Opferzahl niedriger. Mindestens 45 Menschen seien demnach ums Leben gekommen. 44 Insassen der Unglücksmaschine seien zudem verletzt. An Bord der Maschine waren 173 Menschen, darunter neun Besatzungsmitglieder. Der Flughafen Madrid-Barajas wurde geschlossen. Maschine ging in Flammen auf

Die auch im Auftrag der deutschen Lufthansa fliegende Spanair-Maschine schoss um 14.45 Uhr auf dem Weg nach Las Palmas auf Gran Canaria über die Startbahn hinaus, zerschellte und ging in Flammen auf. Zuvor war Medienberichten zufolge ein Startversuch wegen technischer Probleme abgebrochen worden.

Laut einem Sprecher des Rettungsdienstes versuchte die Maschine nur kurz nach dem Abheben eine Notlandung. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Aena herrschte auf dem Flughafen Höchstalarm. Im Fernsehen war eine dichte Rauchwolke über dem Gelände zu sehen. Elf Löschfahrzeuge waren im Einsatz.

Offenbar Lufthansa-Passagiere an Bord

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte auf Anfrage in Berlin, dass die deutsche Botschaft in Madrid eingeschaltet sei. Die Botschaft bemühe sich um Aufklärung, ob Deutsche in der Maschine gewesen seien. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, bei dem Flug von Madrid habe es sich im Rahmen der Star Alliance um einen möglichen Anschlussflug nach Las Palmas auch für Lufthansa-Passagiere gehandelt.

Ob tatsächlich aber Lufthansa-Passagiere davon Gebrauch gemacht haben und an Bord waren, könne er derzeit noch nicht sagen. Die Flugnummer für Lufthansa-Passagiere lautete demnach LH 2554. Spanair ist Spaniens zweitgrößte Fluggesellschaft nach Iberia.

Die Fluggesellschaft Spanair hat unter der Telefonnummer 0034 800 400 200 eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Die Krankenhäuser in Madrid wurden sofort nach dem Unfall aufgefordert, Betten zur Verfügung zu stellen. Einige Hospitäler entließen daraufhin Patienten mit leichteren Erkrankungen, um Platz zu schaffen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero unterbrach seinen Urlaub und flog nach Madrid zurück.

Flugzeug war 20 Jahre alt


Die Fluggesellschaft Spanair befindet sich seit geraumer Zeit in schweren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die skandinavische Muttergesellschaft SAS hatte vergeblich versucht, einen Käufer für das kränkelnde Unternehmen zu finden. Zur Zeit ist Spanair dabei, fast ein Drittel ihrer Beschäftigten zu entlassen und das Streckennetz zu reduzieren. Das am Mittwoch verunglückte Flugzeug war nach Medienberichten 20 Jahre alt.

Am Madrider Flughafen hatte es zuletzt vor knapp 25 Jahren zwei schwere Flugzeugkatastrophen gegeben. Ein Jumbo-Jet der kolumbianischen Linie Avianca war beim Landeanflug abgestürzt, 181 Menschen starben. Weniger als zwei Wochen später prallten auf der Startbahn des Airports eine Iberia- und eine Aviaco-Maschine im Nebel zusammen. 93 Menschen kamen ums Leben.

 

Letzter Funkspruch vor dem Crash

Kurz bevor das Flugzeug in Madrid auseinanderbrach, meldete sich der Pilot noch einmal – sein Funkspruch zeugt von Verwirrung über ein Warnlicht.

 

„Es ist ein Licht angegangen, aber ich weiß nicht, was es bedeutet“, sagte der Pilot nach Angaben von britischen Medien. Auch Passagiere hatten von einem roten Licht berichtet, das im Cockpit geleuchtet haben soll.

Am 28. August wäre das Flugtauglichkeitszertifikat der 15 Jahre alten Maschine abgelaufen, berichtete die „Bild“-Zeitung. So aber durfte das Flugzeug noch ohne erneute Überprüfung starten.

Die Maschine des Typs MD-82 war beim Start über die Rollbahn hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. Nur 18 der 172 Insassen überlebten das schlimmste Flugzeugunglück in Spanien seit einem Vierteljahrhundert. An Bord waren auch 22 Kinder, von denen nach bisherigen Angaben nur drei überlebten. Eine vierköpfige Familie aus Bayern kam bei dem Unglück um.

 

Pressebilder:

Die spanische Zeitung «El País» veröffentlichte am Donnerstag auf ihre Website ein Video, das nach ihren Angaben von der Flughafenüberwachung stammt. In dem einminütigen, grobkörnigen Film ist zu sehen, wie die MD-82 kurz vom Boden abhebt, dann ins Schleudern gerät und schliesslich in einem Ball aus Feuer und Rauch aufgeht.

Spanair Crash Video